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Ambulant

Behandlung in der Praxis oder Klinik ohne stationäre Aufnahme des Patienten auf eine Bettenstation.

 

Anamnese

Krankengeschichte, früherer Krankheitsverlauf.

 

Angina pectoris

Heftiger Brustschmerz, aufgrund verengter Herzkranzgefässe.

 

Angiologie

Teilgebiet der Medizin, das sich mit Gefässerkrankungen befasst.

 

Angiologe

Facharzt, der sich mit der Angiologie befasst.

 

Ankle-Brachial-Index (ABI)

Der Blutdruck am Bein wird mit dem Blutdruck am Arm/Knöchel-Arm-Index verglichen. Der Quotient ist bei normaler Durchblutung über 1.

 

Antikoagulanzien

Medikamente, die die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzen und z.B. bei tiefer Beinvenenthrombose therapeutisch eingesetzt werden.

 

Anziehhilfen

Hilfsmittel zum vereinfachten Anziehen von Kompressionsstrümpfen.

 

Arbeitsdruck

Druck eines Kompressionsstrumpfes oder einer Bandage am Bein während Muskelarbeit.

 

Arterie

Vom Herzen wegführende, das Gewebe versorgende Blutgefässe.

 

Arterien

Schlagadern; Blutgefässe, die das Blut vom Herzen aus im Körper verteilen. Die Körperschlagadern transportieren dabei sauerstoffreiches, hellrotes Blut, vom Herzen in die Organe und Extremitäten, die Lungenschlagadern dagegen sauerstoffarmes, dunkelrotes Blut vom Herzen zurück zur Lunge.

 

Besenreiser

Kleinste, in der Haut liegende Blutgefässe, die bläulich oder rötlich durchschimmern und häufig ein kosmetisches Problem darstellen. Wenn auch Besenreiser an sich keine Krankheit darstellen, sind sie häufig Zeichen einer Veneninsuffizienz. Vor einer Behandlung von Besenreisern mit Mikrosklerotherapie, Laser oder einer kombinierten Methode sollte daher immer eine phlebologische Abklärung erfolgen.

 

Bewegung

Das beste Heilmittel für Venenerkrankungen und zugleich die einfachste Maßnahme zur Vorbeugung von Krampfadern.  Bewegung ist notwendig, damit die Muskelpumpe funktioniert. Spazierengehen, Wandern, Radfahren, Walking, Schwimmen und alle Sportarten, die die Beine beanspruchen, ohne sie zu überlasten, können Erkrankungen der Venen zumindest verzögern.

 

Bildgebende Verfahren

Mit Hilfe der modernen Ultraschalltechnik können krankhafte Veränderungen der Venen und ihrer Klappen sichtbar gemacht werden. Daneben lässt sich in Farbe darstellen, wie schnell und wohin das Blut in den Gefässen fliesst. Bevor die Ultraschalluntersuchung eingeführt wurde, war die so genannte „Phlebographie“ die beste Darstellungsmöglichkeit für Krampfadern und Beinvenen. Dabei handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der Beinvenen, bei der ein Kontrastmittel in eine Vene gespritzt wird. Durch das Kontrastmittel werden die Venen und eventuelle krankhafte Veränderungen auf dem Röntgenschirm sichtbar. Heute wird die Phlebographie nur noch selten bei speziellen Fragestellungen durchgeführt, die anders nicht geklärt werden können.

 

Blutplättchen

Blutplättchen (Thrombozyten) sind wichtig für die Blutgerinnung und massgeblich am Wundverschluss nach Verletzungen beteiligt. Sie registrieren jede Verletzung und kleben aneinander, um einen Propf zu bilden. Sie verhindern damit, dass Blut verloren geht und Keime in den Körper gelangen. Läuft dieser Vorgang jedoch innerhalb eines Gefässes ab, kann diese natürliche Reaktion der Blutplättchen zu einem Gefässverschluss (Thrombose) führen.

 

Bypass-Chirurgie

Operative Überbrückung einer Engstelle.

 

Chirurgie

Behandlung von Krankheiten durch direkten mechanischen Eingriff (Operation) in den lebenden Körper.

 

Cholesterin

Gehört zur Gruppe der Nahrungsfette. Cholesterin kann sich in den Wänden der Blutgefässe anlagern.

 

Chronisch Venöse Insuffizienz CVI

Die „Venenschwäche“ ist die häufigste Folge von unbehandelten Krampfadern oder Venenthrombosen und die häufigste Ursache von Beinbeschwerden. Die CVI ist Folge eines lange bestehenden Blutrückstaus. Sie führt vor allem im Bereich der Unterschenkel zu einem vermehrten Wasseraustritt ins Gewebe (Ödem). Dies führt zu einem Anschwellen der Beine. Häufig sind Juckreiz oder Kribbeln zu spüren. In späteren Stadien kann es zu Ekzemen und Entzündungen der Haut sowie zu Ernährungsstörungen des Gewebes kommen. Diese äussern sich oft als Verhärtung, Braunverfärbung oder Abblassung der Haut, besonders im Knöchelbereich und am Unterschenkel. Ohne die richtige Therapie kommt es im Verlauf häufig zu offenen, schlecht heilenden Wunden, dem so genannten "offenen Bein" bzw. „Unterschenkelgeschwür“ bzw. „ulcus cruris“.

 

Klinische Einteilung nach Widmer und Marshall:

 

Grad 1
Keine (nennenswerten) Beschwerden; keine Komplikationen.
 
Grad 2
Beschwerden (Juckreiz, (Dysästhesien, Schwere-gefühl, Spannungsgefühl, leichte Schwellneigung, Wadenkrämpfe, Schmerzen usw.).
 
Grad 3
Beschwerden (wie Grad 2, stärker ausgeprägt); trophische Hautstörungen (Induration, Dermatitis, Pigmentierungen, Ekzem, Atrophie).
 
Grad 4
Beschwerden (wie Grad 3); Komplikationen (wie Grad 3) zusätzlich florides Ulcus cruris.
 

CEAP-Klassifikation

Neuere Einteilung für den Schweregrad einer chronischen venösen Insuffizienz (CVI). Der Begriff stammt aus dem Englischen und ist eine Abkürzung für „Klinischer Befund“ (C= clinical condition), „Ätiologie“ (E= etiology), „Lokalisation“ (A= anatomic location) und „Pathophysiologie“ (P= pathophysiology).

 

C0 Keine sichtbaren Zeichen einer Venenerkrankung
C1 Besenreiser, Teleangiektasien oder retikuläre Venen
C2 Varikose ohne klinische Zeichen einer CVI
C3 Varikose mit Ödem
C4 Varikose mit trophischen Hautveränderungen
C4a Varikose mit Pigmentierung oder Ekzem
C4b Varikose mit Dermatolipisklerose bzw. Atrophie blanche
C5 Varikose mit abgeheiltem Ulkus
C6 Varikose mit floridem Ulkus

 

Claudicatio intermittens

Schmerzen in den Beinen, die immer nach einer bestimmten Gehstrecke auftreten, zum Anhalten zwingen und nach kurzer Ruhephase von 1-2 Minuten verschwinden (pain release). Auch „Schaufensterkrankheit“ genannt. 

 

Compliance

Therapieakzeptanz des Patienten (Verordnungstreue).

 

Crosse

Einmündungsstelle der grossen Rosenkranzvene (im Bereich der Leiste) bzw. der kleinen Rosenkranzvene (im Bereich der Kniekehle) in das tiefe Venensystem. 

 

Crosseninsuffizienz

Krankhafter Rückfluss von Blut aus dem tiefen Venensystem über die Crosse in die oberflächlichen Venen durch schliessunfähige Venenklappen.

 

Crossektomie

Operativer Eingriff, bei dem die Rosenkranzvene an ihrer Eintrittsstelle ins tiefe Venensystem freigelegt, durchtrennt und unterbrochen wird. Im gleichen Operationsgebiet werden alle weiteren Venenäste durchtrennt und unterbrochen. Bei der großen Rosenkranzvene wird die Operation in der Leiste durchgeführt, bei der kleinen Posenvenen im Bereich der Kniekehle. Der chirurgische Eingriff wird in der Regel mit weiteren chirurgischen Massnahmen in Kombination durchgeführt, z.B. dem Krampfader-Stripping.

Denier

Mass für die Freiheit von Garnen (den), neue Einheit Tex (tex). Hat nichts mit dem Druck zu tun.

 

Diagnose

Feststellung einer Erkrankung; Ziel der Krampfader-diagnostik ist es, Art und Ausmaß des Krampfadern vollständig zu erkennen, um die geeignete therapeutische Vorgehensweise festlegen zu können. Die Diagnose wird nach der Anamnese, einer körperlichen Untersuchung und mit Hilfe von medizinischer Technik (z.B. der Ultraschall-Doppler-Sonographie) gestellt.

 

Diuretika

Medikamente, die eine verstärkte Entwässerung („harntreibend") bewirken.

 

Doppler-Ultraschall

Verfahren zur Diagnosestellung in der Gefässdiagnostik, das mit Ultraschallwellen von aussen durch die Haut die Blutströmung in den Gefässen beurteilbar macht, entweder als hörbares Strömungsgeräusch oder als sichtbare Strömungskurve.

 

Druck

Wird bei Kompressionsstrümpfen in mmHg (=mm Quecksilbersäule) resp. hPa angegeben. 

 

Druckgradient

Med. Kompressionsstrümpfe müssen einen den physiologischen Verhältnissen entsprechenden Druckabfall (=Gradient) von der Fessel nach den höher gelegenen Messstellen aufweisen.

 

Duplex-Ultraschall

Verfahren zur Diagnosestellung in der Gefäßmedizin, das mit Ultraschallwellen von außen durch die Haut das Körperinnere sichtbar und die Blutströmung in den Gefäßen beurteilbar macht, und zwar in einer Kombination aus einem Ultraschallbild und einer Darstellung der Blutströmung als hörbares Strömungsgeräusch oder als sichtbare Strömungskurve. Mit Duplex-Ultraschall lässt sich auch der Therapieerfolg nach einer Krampfadersklerosierung oder Operation beurteilen.

 

Duplexgesteuerte Sklerosierung

Sklerotherapieverfahren zur Ausschaltung dickerer, weniger oberflächlich liegender Krampfadern, bei dem Duplex- ultraschallgesteuert das Medikament gezielt und kontrolliert in die Varizen gespritzt wird. Der Applikationsort und die Wirkung des Medikaments lassen sich damit in Echtzeit beurteilen.

 

Economy-Class-Syndrom

Eine tiefe Venenthrombose kann durch die Bildung eines Blutgerinnsels in den Gefässen der unteren Extremitäten entstehen, wenn die Blutzirkulation durch langes Sitzen eingeschränkt ist. Gelangt das Blutgerinnsel in eine Lungenarterie, kann es diese verstopfen und die Blutzirkulation blockieren. Solche Lungenembolie gehen oft tödlich aus. Selbstverständlich ist das Phänomen nicht auf die Touristenklasse beschränkt, sondern kann allgemein nach längerem Sitzen in einer Umgebung mit niedrigem Luftdruck und niedriger Luftfeuchtigkeit auftreten.

 

Ekzem

Hautausschlag. Bei Krampfadern im fortgeschrittenen Stadium und bei chronischer venöser Insuffizienz häufig vor allem im Bereich der Unterschenkelinnenseite, - neben Entzündungen, Verhärtungen, Hautverfärbungen und offenen, schlecht heilenden Wunden - zu finden. Das phlebogene Ekzem wird auch „Angiodermatitis“ genannt.

 

Elastan 

oder Spandex ist eine synthetische Faser mit hoher Dehnbarkeit zwischen 500 und 800%. Sie ist stärker und wesentlich beständiger als Fasern aus Gummi bzw. Naturkautschuk, dem hauptsächlichen pflanzlichen „Alternativstoff“. Chemisch gesehen ist Elastan ein langkettiges synthetisches Polymer mit mindestens 85% Polyurethan-Anteil. Markenname: Lycra.

oder Spandex ist eine synthetische Faser mit hoher Dehnbarkeit zwischen 500 und 800%. Sie ist stärker und wesentlich beständiger als Fasern aus Gummi bzw. Naturkautschuk, dem hauptsächlichen pflanzlichen „Alternativstoff“. Chemisch gesehen ist Elastan ein langkettiges synthetisches Polymer mit mindestens 85% Polyurethan-Anteil. Markenname: Lycra.

 

Elastizität

Fähigkeit eines Materials, sich nach Krafteinwirkung wieder auf die ursprünglichen Abmessungen zusammenzuziehen.

 

Elephantiasis

Eine durch chronische Lymphstauung bedingte Vergrösserung eines Körperabschnitts, die unglaubliche Ausmasse annehmen kann. Man unterscheidet angeborene von erworbenen Formen.

 

Embolie

„Wanderndes Blutgerinnsel“; Verschleppung eines Blutgerinnsels (Thrombus), z.B. von den Beinvenen in die Lunge (Lungenembolie) oder z.B. von Schlagader-Aussackungen (Aneurysmen) ins Hirn (z.B. „Schlaganfall“). Die Lungenembolie ist die gefährlichste Folge einer Venenthrombose. Verschliesst ein Blutgerinnsel schlagartig ein grosses Lungengefäss, bricht der Lungenkreislauf zusammen, oft mit tödlichem Ausgang. Die Behandlung erfolgt durch starke blutverdünnende Medikamente (Antikoagulantien). Die Vorbeugung einer Lungenembolie durch Vorbeugung einer Thrombose ist medizinisch notwendig. Sie geschieht durch Bewegung, blutverdünnende Medikamente (z.B. Heparinspritzen), Kompressionsstrümpfe und durch die operative Ausschaltung von Krampfadern.

 

Flachstrickverfahren

(im Ggs. zum Rundstrickverfahren). Strümpfe mit Naht. Der Vorteil des Flachstrickverfahrens liegt darin, dass die Breite (Grösse) des gestrickten Strumpfes fast unbegrenzt variierbar ist und somit auch extreme Körpermasse versorgt werden können, was beim Lymphödem wichtig ist.

 

Feinverödung

--> siehe Mikro-Sklerotherapie. 

 

Gefässe

Das Gefässsystem besteht aus Arterien, Venen und Lymphgefässen. Blutgefäße sind die Transportbahnen unseres Organismus für Blut und Lymphe. Bei den Blutgefäßen unterscheidet man Arterien, Venen und Kapillargefäße. Als Arterien oder Schlagadern bezeichnet man die Gefäße, die Blut vom Herzen in den Körper leiten. Die Körperschlagadern transportieren sauerstoffreiches, hellrotes Blut vom Herzen in die Organe und Extremitäten, die Lungenschlagadern sauerstoffarmes, dunkelrotes Blut von Herzen zurück zur Lunge. Die Venen sammeln das Blut aus dem Organismus und leiten es zurück zum Herzen. In den Kapillargefäßen findet der Stoffaustausch zwischen Blut und Zellen statt. Sie liegen zwischen Arterien und Venen und sind mikroskopisch klein.

 

Gummistrümpfe

Veraltete und irreführende Bezeichnung für Kompressionsstrümpfe. Der Begriff nicht mehr verwendet werden, da die meisten Produkte keine Gummifäden  mehr enthalten.

 

Hämatom

Bluterguss; z.B. nach Verletzungen als „blauer Fleck“ oder nach chirurgischem Eingriffen als Gewebseinblutung.

 

Hämorrhoiden

Knötchenartige Erweiterungen des Gefässpolsters im Bereich des Afters; Hämorrhoiden entstehen häufig dann, wenn zu einer angeborenen Bindegewebsschwäche weitere Risikofaktoren wie eine ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsarmut oder Verstopfung hinzukommen. Wenn sich Hämorrhoiden einmal gebildet haben, verschwinden sie selten von allein. Sie können Juckreiz, Brennen, Schmerzen und Blutungen verursachen. Hämorrhoiden können konservativ, operativ oder durch Sklerotherapie behandelt werden.

 

Heparin

Medikament zur kurzfristigen Hemmung der Blutgerinnung. Wird z.B. bei Bettlägerigkeit und im Rahmen operativer Eingriffe zum Schutz vor Venenthrombosen gegeben.

 

Herzinfarkt

Tritt auf, wenn Arterien, die den Herzmuskel versorgen, verschlossen sind.

 

Insuffizienz

Funktionsuntüchtigkeit, Funktionsschwäche, Funktions-verlust; Bei Krampfadern spricht man von „Venenklappen-Insuffizienz“, wenn die Venenklappen nicht mehr richtig schliessen und es dadurch zu einem krankhaften Zurückfliessen des Blutes in die Beine kommt („Reflux“).

 

Intermittierende Kompression

Behandlungsverfahren, bei dem über aufblasbare Druckmanschetten abwechselnd Druck auf die Beine ausgeübt wird. Dies unterstützt Lymph- und Blutfluss in die richtige Richtung und hilft, Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) zu reduzieren. Auch intermittierende pneumatische Kompression genannt.

 

Interstitium

Zwischenraum zwischen Organen oder Geweben. Das faserarme, zell- und blutgefässreiche Bindegewebe wird ebenfalls Interstitium benannt --> siehe Lymphödem

 

Irreversibel

Nicht umkehrbar, definitiv.

 

Kapillargefäss

Haargefässe; mikroskopisch kleine Blutgefässe des Körpers. Sie verbinden den arteriellen mit dem venösen Teil des Blutkreislaufs. Durch ihre Wand hindurch finden Sauerstoff- und Nährstoffaustausch statt, gleichzeitig werden Abfallprodukte ans Blut zurückgegeben. Bei lange bestehenden Krampfadern kann der Austausch über die Kapillargefäße behindert sein. Das führt einerseits zu einem Sauerstoff- und Nährstoffmangel des Gewebes, andererseits zu einer Anhäufung von Abfallprodukten. Unbehandelt kann das Hautschäden, im weiteren Verlauf auch die Entwicklung eines Beingeschwürs (Ulcus cruris) hervorrufen.

 

Klappeninsuffizienz

Ungenügender Klappenschluss in den Venen oder im Herzen.

 

Kneipp-Anwendung

Von Sebastian Kneipp entwickelte naturheilkundliche Behandlungsform mit kaltem Wasser.

 

Kompression

Eine wichtige Säule in der Therapie von Venenerkrankungen: Durch den Druck, den eine gute Kompression auf das Gewebe ausübt, werden erweiterte Venen wieder zusammengedrückt. Die Venenklappen schliessen durch den Druck von aussen wieder besser, der Blutdrucktransport beschleunigt und verbessert sich. Das Ausfliessen von Flüssigkeit durch die Venenwände ins Gewebe (=Ödem) wird verhindert.

 

Kompression

(von lat.: comprimere = zusammendrücken) --> Durch den Strumpf erzeugter definierter Druck.

 

Kompressionsklassen

Es werden vier Kompressionsklassen unterschieden:

 

Klasse 1
Leichte Kompression. Bei Schwere- und Müdigkeitsgefühl in den Beinen, beginnender Veneninsuffizienz (-schwäche), bei  nur geringer Krampfadernbildung ohne wesentliche Ödemneigung, bei Krampfadern in der Schwangerschaft, bei so genannten „Besenreisern“ und nach Sklerosierung (Verödung) von Krampfadern.
 
Klasse2
Mittelkräftige Kompression. Bei stärkeren Beschwerden, bei starker Krampfadernbildung oder mässiger Ödembildung, nach Abheilung unerheblicher Geschwürbildungen, nach Verödungen und Krampfadern-operationen, nach einer tiefen Venenthrombose und bei Klappeninsuffizienz (-schwäche) der tiefen Venen.
 
Klasse 3
Kräftige Kompression. Bei chronisch venöser Veneninsuffizienz (-schwäche), und schwerer Ödemneigung, Atrophie blanche, Dermatosklerose und nach Abheilung schwerer Geschwürbildungen.
 
Klasse 4
Sehr kräftige Kompression. Bei schweren Lymphödemen und unförmigen Anschwellungen.

 

Kompressionsstrümpfe

Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen und Materialien. Durch die besondere Herstellungsweise üben Kompressionsstrümpfe einen gleichmäßigen Druck auf das Gewebe aus. Der Sitz der Kompressionsstrümpfe muss jedoch für jeden Patienten unbedingt individuell geprüft werden, damit sie optimal wirken und die geschwächte Venenfunktion bestmöglich unterstützen können.

 

Kompressionstherapie

Die Kompressionstherapie ist der wichtigste Grundpfeiler der Therapie der Venenleiden. Durch das Anlegen eines Verbandes mit Kompressionsbinden oder das Tragen eines Kompressionsstrumpfes werden die erweiterten Venen (Krampfadern – Varizen) von aussen zusammengedrückt. Dadurch können die Venenklappen wieder schliessen und die Beinmuskulatur kann die Venen besser auspressen, wodurch der Abtransport des Blutes zum Herzen verbessert wird. Da sich eine einmal erweiterte Vene nicht mehr wieder verengen kann, muss die Kompressionstherapie lebenslang angewandt werden, falls keine Operation durchgeführt werden kann oder soll. Auch nach einer operativen Sanierung müssen noch für einige Wochen Kompressionsstrümpfe getragen werden.

 

Krampfadern (Varizen)

sind knotenförmig oder sackartig, geschlängelt verlaufende Erweiterungen der oberflächlich liegenden Venen. Der Begriff "Krampfader" hat aber nichts mit "Krampf" (im Sinne von Schmerzen in der Wade, über die viele Patienten mit Krampfadern klagen) zu tun, sondern leitet sich von dem mittelhochdeutschen Begriff "Krummader" bzw. "Krumpader" ab.

 

Krampfaderblutung

Akute Komplikation und Folge des Krampfaderleidens; Weil die Venenwand bei Krampfadern besonders dünn ist und Krampfadern oft sehr oberflächlich liegen, ist die Gefahr einer Blutung bei Krampfaderpatienten hoch. Kleine Verletzungen können zu starker Blutung führen, weil der Blutdruck in den Venen erhöht ist, besonders im Stehen. Als Sofortmassnahme bei einer Krampfaderblutung sollte das betroffene Bein hoch gelagert und verbunden werden. Die weitere Versorgung geschieht durch den Arzt.

 

Lasergerät

Gerät, welches parallel gebündeltes Licht einer einzigen Wellenlänge produziert. Bei der Therapie von Krampfadern wird versucht, den Hitzeeffekt des Laserlichtes zunutze zu machen: Durch Laserstrahlen kann das Blut so stark erhitzt werden, dass es im Gefäss verdampft und zur Verklebung der Venenwände führt. Wegen der Hitzefreisetzung in der Haut und im Gewebe darf das umliegende Gewebe nicht mit erhitzt werden.

 

Leitvenen

Die grossen Venen des tiefen Venensystems. Leitvenen liegen tief im Gewebe zwischen den Muskeln des Beines gelegen und transportieren einen grossen Teil des verbrauchten Blutes zurück zum Herzen. Bei schlussunfähig gewordenen Venenklappen kommt es durch den Blutrückstau fast regelmässig zu Folgeerscheinungen: Beinschwellungen durch Wasseraustritt ins Gewebe (Ödeme), Entzündungen der Venen und der Haut, Ernährungsstörungen des Gewebes mit Verhärtungen, Braunverfärbung oder Abblassung der Haut oder dem so genannten „offenen Bein“ (ulcus cruris).

 

Lichtreflexionsrheographie (LRR)

Schmerzloses Untersuchungsverfahren zur Diagnose von Venenerkrankungen mit Infrarotlicht. Dabei wird mit Licht in der Haut gemessen, wie schnell Blut in das Bein einströmt und wie schnell das Blut wieder abtransportiert wird. An Untersuchungsergebnis kann der Arzt einen gestörten Venendurchfluss erkennen, eine differentialdiagnostische Abklärung durchführen und ggf. die nötige Therapie einleiten.

 

Lipödem

Krankhafte Schwellung im Rahmen einer Fettgewebevermehrung, häufig erbbedingt und schmerzhaft.

 

Lungenembolie

Entsteht durch die Verstopfung eines Blutgefässes in der Lunge mit einem Blutpfropfen (Blutgerinnsel), dem so genannten Thrombus, oder durch Gasbläschen, beispielweise bei einem Tauchunfall. Der die Lungenembolie auslösende Blutpfropfen entsteht oftmals in den tiefen Bein- oder Beckenvenen und gelangt dann über das Herz in die Lungen. Abhängig von der Grösse des Blutpfropfens ist die Stärke der Embolie, ein kleiner Thrombus ist nicht so gravierend wie ein grosser. Eine Embolie kann auch in jedem anderen Organ auftreten und wird deshalb organabhängig benannt. Oft verläuft eine Lungenembolie tödlich und kann das erste Symptom einer tiefen Venenthrombose darstellen.

 

Lymphe

Klare, eiweissreiche Flüssigkeit; Die Lymphe ist zusammen mit den Venen für den Abtransport der Schlackstoffe aus dem Gewebe verantwortlich. Die Lymphflüssigkeit fliesst in einem eigenen Gefässsystem, den so genannten Lymphgefässen oder Lymphbahnen. Schwellungen der Beine können nicht nur durch Venenprobleme entstehen, sondern auch durch Behinderung des Lymphabflusses.

 

Lymphödem

Ist durch eine Insuffizienz des Lymphgefässsystems hervorgerufene Flüssigkeitsansammlung im Interstitium. Das Lymphödem ist ein chronisch-entzündliches Krankheitsbild wodurch nicht nur die Extremitäten sondern auch das Gesicht, der Hals, der Rumpf und die Genitalien betroffen sein können. Durch die Insuffizienz kann nicht mehr ausreichend interstitielle Flüssigkeit über die Lymphgefässe aus dem Gewebe ins Lymphgefässsystem abtransportiert werden. Dies führt zu einem Rückstau und zur Ansammlung von Flüssigkeit in den Zellzwischenräumen (Ödem).

 

Massstrümpfe

Bei unproportionalen Körperverhältnissen werden Kompressionsstrümpfe individuell für einen Patienten nach Mass hergestellt.

 

Mikrofasern

Sammelbezeichnung für Fasern, deren Einzelfäden feiner als ein Denier sind. Ein paar Vergleiche, um eine Vorstellung zu vermitteln: Mikrofasern haben den halben Durchmesser von Seidefasern, ein Drittel des Durchmessers einer Baumwollfaser, ein Viertel des Durchmessers feiner Wollfasern und nur ein Hundertstel des Durchmessers eines menschlichen Haares. Viele moderne Gewebe bestehen aus Mikrofasern.

 

Mini-Krampfadern

Netzförmige Krampfadern; feine bläuliche Venennetze,  „retikuläre Varikose“ genannt, die durch die Haut durchschimmern. Sie sind mit einem Durchmesser von 1 bis 3 mm größer als Besenreiser (bis 1 mm), aber in der Regel kleiner als „Seitenastkrampfadern“. Sie verursachen selten körperliche Beschwerden, stören aber ästhetisch. Netzartige Krampfadern lassen sich mit verschiedenen Therapieverfahren beseitigen.

 

Mikro-Sklerosierung

„Feinverödung“. Ambulante, schnittfreie Therapie zur Beseitigung von Besenreisern und kleinen Krampfadern ohne Laser, Narkose oder Operation. In die betroffenen Besenreiser wird mit einer feinen Kanüle ein Verödungsmittel (oft mit Luft gemischt als Schaum) eingespritzt, das den Sklerosierungsvorgang bewirkt: Nach einer sterilen Entzündung verkleben die Venenwände, und die Vene wird im besten Fall später durch körpereigene Vorgänge abgebaut. Je nach Anzahl und Größe der zu behandelnden Besenreiser wird die Therapie in mehr als einer Sitzung durchgeführt.

 

Muskelpumpe

Fähigkeit des Muskels, das verbrauchte Blut in den Venen zur eigenen Entsorgung und zum Abtransport in Richtung Herz zu befördern. Die Wadenmuskelpumpe arbeitet unter erschwerten Bedingungen, weil hier eine Pumpleistung gegen die Schwerkraft und ohne Herzleistung bewältigt werden muss.

 

Narkose

Künstlich herbeigeführter schlafähnlicher Zustand, der das Bewusstsein und die Schmerzempfindlichkeit vorübergehend aufhebt (Vollnarkose). Die Narkose kann auch als „Teilnarkose“ erfolgen, bei der man wach ist und nur die Schmerzempfindung in bestimmten Körperregionen ausgeschaltet wird. Eine Teilnarkose kann z.B. als „örtliche Betäubung“ oder als „Rückenmarksnarkose“ erfolgen.  

 

Ödem

Krankhafte Flüssigkeitsanlagerung im Interstitium oder in Organen. Ödeme werden entweder durch ihre Lokalisation (z.B. Beinödem) oder nach ihrem Eiweissgehalt (Exsudat: eiweissreiches Ödem, Transsudat: eiweissarmes Ödem) eingeteilt. Ödeme können akut oder chronisch auftreten.

 

Ödemprotektiva

„Gefässabdichtende“ Medikamente, die Wassereinlagerungen im Gewebe verhindern sollen. Nicht mit Diuretika zu verwechseln.

 

Offenes Bein (Ulcus cruris venosum)

Das venöse Unterschenkelgeschwür ist eine schwere Folge der chronisch venösen Insuffizienz.

 

Operation

Die Operation (von lateinisch operatio, „die Verrichtung“) bezeichnet in der Medizin einen invasiven, d.h. chirurgischen Eingriff in den Organismus. Eine Operation (kurz: Op.) ist ein instrumenteller Eingriff am oder im Körper eines Patienten zum Zwecke der Therapie, seltener auch der Diagnostik.

 

Örtliche Betäubung

Einzelne Körperabschnitte werden vorübergehend gegen Schmerz unempfindlich gemacht, wobei man aber, anders als bei einer Vollnarkose, wach bleibt (Lokalanästhesie, Infiltrationsanästhesie).

 

Perforansvenen

Verbindungsvenen zwischen den tiefen und den oberflächlichen Venen. Bei funktionsfähigen Verbindungsvenen, fliesst das Blut von aussen nach innen, also von den Hautvenen zu den tiefen Leitvenen. Bei funktionsunfähigen Verbindungsvenen kehrt sich die Fliessrichtung aber um (Reflux), wodurch das oberflächliche Venensystem überlastet wird und sich Krampfadern bilden. Funktionslose Verbindungsvenen stellen häufig die Ursache für Krampfadern dar. Sie können operiert oder sklerosiert werden.

 

Periphere arterielle

Verengung der Arterien, die die Beine mit Blut und Verschlusskrankheit (PAVK) Sauerstoff versorgen.

 

Phlebektomie

Bei der Phlebektomie werden die Krampfadern, meist Seitenäste oder Perforansvarizen, chirurgisch entfernt. Hierzu wird ein mit einem Hacken ausgestattetes chirurgisches Instrument durch kleine Einschnitte in die Haut eingeführt, und die Venen werden abschnittsweise harpuniert und herausgezogen. Das Verfahren wird häufig 10 bis 20 Mal je Bein wiederholt, bis alle sichtbaren Krampfadern entfernt worden sind. Die Phlebektomie wird entweder als alleiniges Verfahren oder in Verbindung mit einer Behandlung der Stammvene durchgeführt.

 

Phlebitis

Entzündung einer Vene. Meistens findet sich dabei eine schmerzhafte Verhärtung und Rötung im Verlauf der betroffenen Vene. Nicht selten kommt es im Bereich der Entzündung zur Gerinnselbildung (Thrombophlebitis).

 

Phlebographie

Röntgenkontrastmitteldarstellung des Venensystems; Form und Verlauf der Venen werden bei besonderen Fragestellungen im Röntgenbild erkennbar gemacht. Wird heute nur noch selten durchgeführt, wenn andere bildgebende Verfahren (zum Beispiel Duplex-Ultraschall) keine sichere Diagnose ergeben.

 

Phlebologe

Venenspezialist.

 

Phlebologie

Wissenschaft und Lehre von den Venenerkrankungen.

 

Phlebothrombose

Venenthrombose, Blutgerinnselbildung in den tiefen Venen. Kann als Symptom bei verschiedenen Erkrankungen oder aber spontan auftreten, beispielsweise bei Bewegungsmangel auf Fernreisen in eingeengter Stellung (siehe Economy-Class-Syndrom). Bei unbehandelten Krampfadern können Thrombosen in Folge des gestörten Blutkreislaufs entstehen. Die Thrombose kann zu Lungenembolien führen, wenn Teile des Blutgerinnsels vom Blutstrom mitgerissen werden und in die Lunge geraten. Die Standardbehandlung von Thrombosen erfolgt durch Kompressionstherapie und durch blutverdünnende Medikamente, seltener werden gerinnselauflösende Medikamente gegeben oder eine Operation durchgeführt.

 

Postthrombotisches Syndrom

Veränderungen an der Haut und am Gefässsystem als Folge einer tiefen Venenthrombose, gekennzeichnet durch Schwellung, Hautverfärbung, Krampfaderbildung und eventuell „offenes Unterschenkelgeschwür“. Die chronische Schwellung führt unbehandelt zum Verlust der Gelenksfunktion und oft zur Invalidität.

 

Prophylaxe

Vorbeugung von Erkrankungen, bei Krampfadern Verzögerung ihrer Entstehung. Weil meistens eine vererbte Veranlagung besteht und unsere Lebensweise zur Entstehung von Krampfadern beiträgt, ist eine Prophylaxe sinnvoll: Gewicht kontrollieren und sich viel bewegen: Gymnastik, Schwimmen, Radfahren und zum Beispiel Treppensteigen aktivieren die Wadenmuskelpumpe. Auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder die Einnahme von Ödemprotektiva ist sinnvoll. Kalt duschen! Dadurch ziehen sich die Gefäße zusammen und die Beine werden leichter. Erfolge sind allerdings von der regelmäßigen und andauernden Prophylaxe abhängig. Auch wenn Sie gut vorbeugen und eigentlich keine Risikofaktoren haben, sollten sie bei Anzeichen von Besenreisern oder Krampfadern, erst recht aber bei Beschwerden an den Beinen, die Dienste eines versierten Phlebologen in Anspruch nehmen.

 

Reflux

Rückfluss; bei Krampfadern das Zurückfliessen von Blut in die falsche Richtung ins Bein zurück. Folge ist eine Erweiterung der Venen (Krampfadern).

 

Retikuläre Varizen

Netzartige Krampfadern.

 

Rezidiv

Rückfall, Wiederauftreten einer Erkrankung. Bei Krampfadern kann ein erneutes Auftreten von Krampfadern, zum Beispiel nach einer Operation, verursacht sein durch eine unvollständige Behandlung, oder eine echte Neubildung von Krampfadern.

 

Rosenkranzvene

Stammvene; grosse, unter der Haut im Bindegewebe liegende kräftige Vene des oberflächlichen Venensystems. Pro Bein gibt es zwei Rosenkranz- bzw. Stammvenen: die grosse und die kleine Rosenkranzvene. Die grosse Rosenkranzvene (vena saphena magna) verläuft auf der Innenseite des Beines vom Innenknöchel des Fussgelenks vorbei am Knie bis hin zur Leiste. Dort mündet sie in das tiefe Venensystem. Die kleine Rosenkranzvene (vena saphena parva) verläuft vom Aussenknöchel des Fussgelenks bis in die Kniekehle. Hier hat sie ihre Verbindungsstelle zu den tiefer liegenden Leitvenen.

 

Ruhedruck

Druck, den ein Kompressionsstrumpf bzw. eine Bandage ausübt, wenn keine Muskelarbeit erfolgt.

 

Rundstrickverfahren

(im Ggs. zu Flachstrickverfahren) für nahtlose Strümpfe.

 

Schwangerschaft

Bedeutet bei Frauen ein Risikofaktor für die Entstehung von Venenerkrankungen. Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft eine Venenerkrankung hatten, sollten ihren behandelnden Arzt daher über ein bestehendes Venenleiden informieren, damit frühzeitig Massnahmen ergriffen werden können, die einer Verschlechterung der Venenkrankheit entgegenwirken.

 

Seitenastvarizen

Krampfadern der Seitenastvenen der oberflächlichen Venenstämme.

 

Seitenastvene

Als Seitenastvenen werden oberflächliche Venen bezeichnet, die Blut zu den Stammvenen transportieren. Die Seitenastvenen haben untereinander und auch zum tiefen Venensystem zahlreiche Verbindungsvenen. Wenn die Venenklappen der Seitenastvenen verschlussunfähig werden, können Seitenastvarizen entstehen.

 

Sklerosierung

Behandlungsform, bei der in den krankhaft erweiterten Venenabschnitt ein Medikament (Verödungsmittel) gespritzt wird. Dies führt zu einer lokalen sterilen Entzündung mit Gerinnselbildung, wodurch die ausgesackte Vene verklebt und verschlossen und somit „stillgelegt“ wird.

 

Sonographie

Ultraschall. Mit Hilfe der Ultraschalltechnik kann der Arzt das Körperinnere beurteilen und so Art und Ausmass bestimmter Krankheiten erkennen: Bei Krampfadern kommen im Wesentlichen zwei Ultraschall Verfahren zur Anwendung: Die Doppler-Sonographie (Ultraschall-Doppler) und die Duplex-Sonographie (Duplex-Ultraschall).

 

Stammvenen

--> Siehe Leitevenen.

 

Stammvarikose

Krampfaderleiden der Stammvenen.

 

Stammvarikosen

Erkrankungen der grossen Venenstämme, die an der Beinvorderseite von der Leiste bis zum Knöchel (Vena saphena magna) verlaufen sowie an der Rückseite des Unterschenkels (Vena saphena parva). Sie sind die häufigste Ursache für venöse Ödeme und Begleiterkrankungen verschiedener Art, im fortgeschrittenen Stadium evtl. Ekzeme oder andere Hautveränderungen sowie für ein Ulcus cruris (offenes Bein).

 

Stiffness

Unter „Stiffness“ versteht man die Druckzunahme unter einem Kompressionsstrumpf bezogen auf die Umfangszunahme des Beinsegmentes auf Grund der muskulären Anspannung beim Stehen und Gehen. Materialien mit hoher Stiffness üben eine ausgeprägte Massagewirkung aus und können das Anschwellen der Beine wirksamer verhindern

 

Stripping

Operatives Verfahren zur Entfernung krankhaft veränderte Venen, vor allem der Stammvenen. Bei einer erkrankten Stammvene wird über einen Zugang in der Leistenregion zunächst die Mündungsstelle der Vene in das tiefe Venensystem aufgesucht. Die Krampfader wird dann von der Hauptvene abgetrennt. In die erkrankte Vene wird eine Sonde eingeführt, die über einen weiteren Schnitt am Bein wieder ausgeleitet wird. Das untere Ende der erkrankten Vene wird an der Sonde fixiert. Metallsonde und Krampfader werden dann gemeinsam herausgezogen, wobei bestehende Verbindungen zu kleineren Venen abgerissen werden. Gewöhnlich wird die Stripping – Operation mit einer chirurgischen Unterbindung und Abtrennung weiterer Venen im Leistenbereich kombiniert („Crossektomie“).

 

Thrombektomie

Chirurgische Entfernung eines Thrombus (Blutgerinnsels).

 

Thrombophlebitis

Oberflächliche Venenentzündung, auch „Phlebitis“; spontane Blutgerinnselbildung in oberflächlichen Venen, die sich mit Schmerzen, Rötung, Schwellung und Erwärmung bemerkbar macht. Häufiger bei Krampfadern, da langsam fliessendes Blut zur spontanen Blutgerinnung neigt, aber auch im Rahmen anderer Erkrankungen. Eine Blutgerinnselbildung in tiefer liegenden Venen wird als „Thrombose“ bezeichnet. 

 

Thrombose

Verstopfung einer Vene durch ein Blutgerinnsel, das sich in den Venen bildet und an den Venenwänden festsetzt. Gefährlich werden diese Blutgerinnsel dann, wenn sie sich im tiefen Venensystem bilden, sich ablösen und in die Lunge geschwemmt werden. Dort führen sie dann durch einen Verschluss einer Lungenarterie zu einer Lungenembolie. Die Bedrohlichkeit wird verständlich, wenn man sich vorstellt, dass so ein Thrombus (= Gerinnsel) bis zu 5 g schwer sein kann und, während der Passage des Herzens, in viele einzelne Fragmente zerbricht, die dann wie ein Schrotschuss die Lunge erreichen. Thromben können sich im besten Fall auflösen, man spricht dann von einer Rekanalisation der Vene. Diese bleibt aber dauerhaft geschädigt. Bleiben Thromben in tiefen Venen bestehen, kommt es zur Ausbildung von sekundären Varizen und zu schweren chronischen Beinschwellungen (postthrombotisches Syndrom).

 

Thromboseprophylaxestrumpf

Die Wirkung liegt in der Beschleunigung des venösen Rückstroms beim liegenden Patienten; der MTS dient somit der Thromboseprophylaxe.

 

Thrombozytenfunktionshemmer

Medikament, das die Verklumpung der Bluttplättchen (Thrombozyten) verhindert und damit die Ausbildung eines Blutgerinnsels verhindern kann.

 

Thrombus

Blutpfropf, Blutgerinnsel, vgl. Thrombose.

 

Ulcus

Überbegriff für Geschwüre

 

Ulcus cruris

Unterschenkelgeschwür, offenes Bein.

 

Ulcus cruris venosum

Venöses Unterschenkelgeschwür (auch als „offenes Bein“ bezeichnet). Schwerste folge einer chronisch venösen Insuffizienz.

 

Ultraschall

Sonographie. Verfahren in der Medizin, das mit Ultraschallwellen von aussen das Körperinnere sichtbar machen kann. Dient auch als Verfahren, um das Strömungsverhalten des Blutes in den Gefässen zu beurteilen.

 

Ultraschall-Doppler-Verfahren

Mit der Ultraschall-Dopplertechnik lässt sich schmerzfrei die Strömungsrichtung in Blutgefässen akustisch und optisch darstellen.

 

Varikose

Krampfaderleiden

 

Varizen

Krampfadern. Sind erweiterte geschlängelte Venen. Oberflächliche Krampfadern sind gut sichtbar oder tastbar und schlängeln sich im Unterhautfettgewebe (zumeist) am Bein entlang. Durch die Erweiterung der Venen kommt es zu einem unvollständigen Schluss der Venenklappen (Klappeninsuffizienz). Das Blut fliesst zeitweise in der falschen Richtung, man spricht von Reflux. Der hydrostatische Druck, der auf den Gefässen im unteren Teil des Körpers lastet, wird dadurch wesentlich höher, der „transmurale“ Druck, also der Unterschied zwischen Druck im Venensystem und im umgebenden Gewebe, führ dazu, dass vermehrt Wasser samt darin gelöster Bestandteile durch die Venenwand sickert und sich im Gewebe, meistens des Beines, ansammelt (Ödem).

 

Varizenstripping

--> Siehe Stripping

 

Vene

Blutgefäss, das Blut zum Herzen zurücktransportiert.

 

Venenbeschwerden

Typische Frühsymptome bei Krampfadern sind schwere, müde, ruhelose Beine, Spannungsgefühl, ziehende Schmerzen, Juckreiz, Taubheitsgefühl, Ameisenlaufen und nächtliche Wadenkrämpfe. Die Beschwerden sind abends nach langem Stehen oder Sitzen sowie an der Wärme stärker ausgeprägt und bessern sich, wenn man die Beine bewegt, hochlagert oder abkühlt.

 

Venenentzündung

--> Siehe Phlebitis.

 

Venenklappen

In den Venen gelegene Klappen, die als Einwegventile funktionieren und sich dabei nur dem zum Herzen gerichteten Blutstrom öffnen. Für das einwandfreie Funktionieren des Venenkreislaufes am Bein sind gesunde Klappen Voraussetzung. Zusätzlich braucht es aber noch die Muskelaktivität (= Muskelpumpe), die auf die dünnen Venenwände wirkt und dadurch das als Flüssigkeit unkomprimierbare Blut in die richtige Richtung, d.h. herzwärts, befördert.

 

Venenklappen-Insuffizienz

Funktionsuntüchtigkeit, Funktionsschwäche, Funktions-verlust der Venenklappen. Bei Krampfadern kommt es zu einem Zurückfliessen des Blutes in die Beine, wenn die Venenklappen funktionsunfähig sind (Reflux).

 

Verödung

--> Siehe Sklerosierung.

 

Wadenmuskelpumpe

Durch Muskelaktivität werden die tief in den Muskeln liegenden Venen zusammengepresst, so dass das verbrauchte Blut schneller herzwärts (in den Beinen entgegen der Schwerkraft) fliessen kann, sofern die Venenklappen funktionstüchtig sind. Die Wadenmuskelpumpe wird bei jeder Bewegung des Beines betätigt. Deshalb ist viel Bewegung wichtig zur Prophylaxe und bei der Behandlung von Venenerkrankungen.